Year of the Monkey - die "hippe" Digitalisierungskonferenz bei der es nicht nur um Technik, sondern auch um den Menschen geht.

Ich hatte vorletzte Woche wieder die Möglichkeit an einer Konferenz zum digitalen Mindset  - an der diesjährigen "Year of the X“  - teilzunehmen. Dieses Jahr steht im Zeichen des Affen - deshalb "Year of the Monkey“, was sich als Motto durch die gesamte Veranstaltung zog :).  „So, Release your innen monkey!"

30+ Experten aus Deutschland und Übersee  berichteten in angenehmer Atmosphäre im Backstage über neueste Studien aus der Wissenschaft sowie die digitale Transformation in Unternehmen .

Während der gesamten Veranstaltung frage ich mich: „Ist es eine digitale Transformation oder sogar vielleicht eine RE-formation???" Markus von der Lühe, der Veranstalter der „Year of the X“, eröffnete die Veranstaltung mit einer Keynote zum „Age of Experimetation“. Sollten wir nicht Ideen erkennen und einfach ausprobieren? „Failure is part of the deal.“

Wie zum Yin ein Yang gehört, so funktioniert ein Erfolg nicht ohne ein Scheitern . Wir leben in Deutschland in einer überbürokratischen Umgebung, aus der wir aufgerufen sind auszubrechen und neue Wege ausprobieren sollten.

 

Der brilliante Speaker und Autor des Buches „Quarter-Life-Crisis“ - Smiley Poswolsky  - sprach in seiner packenden Keynote von der „Generation of Purpose“.  Millenials geben dem Sinn der Arbeit einen höheren Stellenwert als dem Geld. Doch wie verändert das die traditionelle Arbeit? Sind Personalabteilungen die neuen Life-Coaches  - viel mehr als die "Verwaltung von Stellenbeschreibungen etc."? Wie gebunden sind Millenials an ihren Arbeitsplatz, wenn heute Studien zufolge 70% unglücklich mit ihrer Arbeit sind? Sinkt das

Bedürfnis nach Sicherheit?

Auch die Automobilbranche war mit TESLA und AUDI vertreten.

 

 

TESLA  Vertreter, Benedikt Bucher, machte die Vision klar: „Wir forcieren den weltweiten Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität.“  Tesla schafft das „Most connected Car on Earth!" . Bucher berichtete von einer sehr bewegten und erfolgreichen Zeit nach der Vorstellung des Model 3 . Doch was unterscheidet Tesla vom traditionellen Autohersteller?

Bucher betont ganz klar: „WIR SIND AUTOHERSTELLER. Wir wollen mit Service kein Geld verdienen!“

Und wie soll das funktionieren? Dadurch dass die Autos technisch vieles nicht benötigen (Kupplung etc.) und eine hervorragende Softwareanbindung haben, kann vieles „over the air“ repariert werden, sodass der Kunde das Gefühl hat, sein Auto wird über Nacht wie von „Geisterhand“ gewartet. Somit betonte er ist die Servicestruktur wie bei traditionellen Automobilherstellern nicht notwendig . Um die Zufriedenheit des Kunden zu wahren, gibt der Hersteller 8 Jahre Garantie u.a. auf die Batterie.

Ob diese Strategie auf Dauer zum Erfolg führt und uns als BMW Service (zumindest hinsichtlich BMWi Service) herausfordert, wird die Zukunft zeigen.

Auf meine Frage hin, wie man die oftmals als sehr  „radikal“ beschriebene Art der Führung von Elon Musk als Mitarbeiter zu spüren bekommt, antwortete Bucher: „Elon Musk ist zwar nicht omnipräsent, allerdings haben wir sehr kurze Entscheidungswege, viel Verantwortung und flache Hierarchien . Bei Tesla habe ich noch keinen Mitarbeiter getroffen, der nicht genau weiß, warum er das macht. Will heißen, ich bin ständig von hochmotivierten Mitarbeitern  umgeben."

 

AUDI  war mit Dr. Thomas Ganslmeier (Technical Project Manager - Innovation Evangelist connected cars) vertreten. Er sprach von der Herausforderung aller traditionellen Automobilhersteller ihren Mindset zu ändern. „Wir sind wie andere deutsche Automobil-Unternehmen stark ingenieurgetrieben. Unsere Qualität zeichnet sich zum Beispiel durch ein perfektes „Spaltmaß“ aus. Wir sind stolz darauf und auf unsere Produkte.“ Nun müssen wir Softwareexperten sein . Das erwarten die Kunden. In Zukunft muss in Profilen gedacht werden, nicht in VIN-Nummern (Fahrgestellnummern).  Die Person, die am Steuer sitzt, zählt. Er zählte einige Forschungs- und Innovationsfelder auf, die sich mit denen bei BMW ziemlich decken:

  • Personalisierte Fahrzeuge: bei Klick auf mein Profil passen sich Sitz, Temperatur und Navigationsservice an etc.
  • Optimierung des Verkehrsflusses (Auto rechnet Wartezeiten an Ampeln ein bzw. zeigt an, wie lange ich an einer Ampel noch warten muss)
  • Autonomes Fahren: Auch Kinder werden ohne Führerschein fahren können
  • automatische Parkplatzssuche
  • AUDI on demand: Premium Mobility Service (San Francisco)

Ingesamt geht es auch bei AUDI um den Shift:  „OWNER TO USER."

Nur wie kann dieser in vielen Unternehmen notwendige Mindset-Shift erlangt werden?

Anna Byrne und Peter Burow betonen diesbezüglich, dass das Gehirn aus zwei Teilen besteht: Dem Elefanten, dem emotionalen Part, und dem Reiter, dem rationalen Teil.

 Je länger wir in einem Unternehmen arbeiten, uns mit einem Projekt beschäftigen oder an einer Sache forschen, desto mehr werden wir zum Reiter des Elefanten . Dies hat den Nachteil, dass wir das Produkt/die Dienstleistung nicht mehr aus dem emotionalen Blickwinkel  betrachten. Und was bedeutet das für die Unternehmensführung? „Try to disrupt yourself! People outside focus much more on the elephant - not on the rider.“  Wir müssen Peanuts auf dem Weg verteilen, damit der Kunde uns folgt.

Auch Tobias Burkhard  betont in seiner Keynote, dass mit Wandel nicht nur der technische Wandel gemeint ist. Zahlreiche Unternehmen werden in den nächsten 20 Jahren mit massiven Problemen rechnen müssen. Vor allem stehen Menschen hinter diesem Wandel .

 

 

 

Seine These nach gibt es drei Arten, wie Menschen auf Wandel reagieren:

1. Sie wollen es nicht hören.

2. Sie haben Angst.

3. „Erzähl mir nichts. Ich keine mein Business und mache das seit 30 Jahren."

Sein Rezept lautet vor allem: Es arbeiten viele talentierte Mitarbeiter in Unternehmen. Engage them!

Diese Menschen müssen begeistert und in Prozesse einbezogen werden. Zudem sagt er: „Habt keine Angst zu sagen: Ich weiß nicht wohin diese Reise genau geht.“ Wir sollten uns in einer stark volatilen Welt von Langzeitplanungen verabschieden.

MINDFULNESS???

Wie wir dafür im „Hier und Jetzt“  die richtigen Entscheidungen treffen, dafür hat das Mindful Leadership Institute, das die Search Inside Yourself-Methode in Deutschland verbreitet ein Rezept. Wie helfen  „Self-Awareness, Self-Regulation, Motivation, Empathy und Social Skills“ auf dem Weg zum Erfolg? Studienergebnisse belegen hier ganz klar, dass sich Amygdala und präfrontaler Cortex im Gehirn nach einem Achtsamkeitstraining  bzw. regelmäßiger Achtsamkeitspraxis positiv verändern. Dies führt wiederum zu mehr

emotionaler Gebundenheit und Jobzufriedenheit. Ist das der Schlüssel zum Erfolg in unserer Zeit?

Dies war nur ein Ausschnitt von zahlreichen interessanten Keynotes und Workshops. Einige der Speaker sprachen mir sozusagen aus dem Gedächtnis bzw. aus dem Herzen .

Meiner Meinung nach ist es in unserer Zeit - in einer Umwelt, die geprägt ist von Speed, Speed und nochmals Speed, von Information und Digitalisierung, von zahlreichen Chancen und Möglichkeiten, extrem wichtig sich auch auf sich konzentrieren zu können. Je mehr Digitalisierung unser Leben „bestimmt“, desto mehr ist der Mensch gefordert sich selbst zu „managen“ und auch bewusste „Digital Detox“ Phasen einzulegen. Ob im Job oder Zuhause.

Das Motto lautet, finde die gesunde digitale Balance.

Was denkt Ihr darüber? Was wünscht Ihr Euch in dieser Zeit? Wie denkt Ihr können wir gemeinsam einen erfolgreichen Weg gestalten?

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