GESUNDER DIGITALER WANDEL - Ein Interview.

Julia Krieg von BMW hat mich zum Thema "GESUNDER DIGITALER WANDEL" interviewt. Wir sprachen über Gesundheit am Arbeitsplatz in einer sehr schnelllebigen und digitalisierten Zeit. 


Liebe Miriam, du vereinst zwei auf den ersten Blick sehr gegensätzliche Themen. Was bringt die Einführung einer digitalen Kultur mit sich?

Die Einführung einer digitalen Kultur bzw. der Wandel zum mehr und mehr digitalisierten Arbeitsplatz kann uns schnell aus der Balance bringen. Um gesund und stabil zu sein, bedarf es immer an Ausgeglichenheit.

 

Je digitaler unser „Leben“ wird, desto bewusster brauchen wir auch den physischen Menschenkontakt, sowie den Kreativprozess auf Papier. Ich arbeite mit Unternehmen bewusst an der Balance zwischen digital und analog – denn die Natur macht es uns vor. Wenn wir es schaffen Digitalisierung und das digitale Mindset in der Kultur eines Unternehmens zu verankern, wirkt sich dies auf mehrere Faktoren in positiver Hinsicht aus.

 

Zum Einen werden wir Digitalisierung nicht mehr nur als EIN Unternehmensprojekt ansehen – wir werden verstehen, dass es uns als Gesellschaft, als Unternehmen, als Käufer und Verkäufer völlig verändert. Zum Anderen kann uns die Digitalisierung auch dabei unterstützen schneller in unserer Zusammenarbeit sowie der authentischen Kommunikation untereinander zu werden.

Wir können gar nicht anders, als uns mit der digitalen Mitarbeiterkultur auseinanderzusetzen. Dies ist unsere Zukunft. Aus einer achtsamen digitalen Kultur können nur Vorteile für uns als Mitarbeiter eines Unternehmens sowie privat als Mensch entstehen. Wir wachsen persönlich und beruflich mit dieser Herausforderung unserer Zeit. Nur gedanklicher Stillstand bedeutet einen Nachteil und führt in einer sich schneller wandelnderen Welt zu großem persönlichem Stress.

Das Mindset der Mitarbeiter gegenüber der digitalen Kultur zu verändern und gleichzeitig den Aspekt körper zu berücksichtigen scheint schwer umsetzbar, oder?

Da sprichst du etwas Wichtiges und zum Teil sehr Zutreffendes an. Die Umsetzung an sich bzw. die Menschen dafür zu begeistern, ist meiner Ansicht nach nicht das Problem – schließlich möchte jeder in eine stressfreie, gesunde und glückliche Zukunft gehen. Die Herausforderung ist meist, dass wir uns in für dieses Thema innerhalb der Unternehmen zu wenig Zeit nehmen. Leider lässt sich der indirekte Benefit einer gesunden digitalen Kultur nicht direkt in Zahlen kalkulieren. Doch Studien belegen zumindest, dass glückliche, wissende und gesunde Mitarbeiter kreativer und produktiver sind. Deshalb nicht einfach – aber nicht unmöglich.

An was fehlt es deiner Meinung nach in Unternehmen und warum?

Stichworte wie „digitale Achtsamkeit“ oder „digital mindset“, die ich häufig verwende, lassen erspüren in welche Richtung es gehen soll. Häufig fehlt es meiner Meinung nach leider am richtigen Mindset für die digitale Zukunft. Gerne fasse ich die Herausforderung immer so zusammen:

„Lasst uns einen gemeinsamen Weg hin zu einer gesunden digitalen Kultur finden.“ Gesund meint in diesem Zusammenhang nicht nur körperlich gesund zu bleiben – d.h. Burn-out und digitalem Stress vorzubeugen, sondern auch gesunde und vertrauensvolle Beziehungen unter den Mitarbeitern aufzubauen sowie das richtige Maß an Innovationsfreude hervorzurufen, um das Unternehmen auf gesundem – d.h. erfolgreichem – Kurs zu halten. Unserer digitalen Zukunft liegen andere Maßstäbe und Faktoren zugrunde– wer erfolgreich sein möchte braucht „digitale Kompetenz“.    

Wie sollten Arbeitsplätze deiner Meinung nach aussehen, damit der Mitarbeiter glücklich ist? Wie sollten Arbeitszeiten gestaltet werden?

Das ist eine gute Frage: Ich denke, dass dies viel mit Individualität zu tun hat. Wichtig ist vor allem, dass sich der Mitarbeiter wohl fühlt und vielleicht sogar einen Rückzugsort für kleine Pausen hat, denn wie beim Sport entsteht Leistungsfähigkeit in den Ruhephasen. Schön finde ich zudem, wenn jeder Mitarbeiter seine drei persönlichen Top Werte am Schreibtisch sichtbar für andere macht. So unterhält man sich direkt auf einer anderen Ebene des Vertrauens.

 

Grundsätzlich denke ich, dass es in unserer Zeit keine festen Arbeitszeiten mehr geben kann, da dies unserem 24/7 Umfeld nicht entspricht. Anstelle dessen sage ich gerne folgenden Satz oder auch Tweet :): „Je mehr Digitalisierung, desto mehr ist der Mensch gefordert sich selbst zu managen.“ Ist das Deiner Meinung nach nicht auch die Kompetenz an der eher gearbeitet werden sollte, Julia?

Vollkommen. Soll das arbeitsleben sich denn mehr in das Lebenleben integrieren oder das Lebenleben in das Arbeitsleben?

Wieder eine sehr gute Frage . Hmm... Wichtiger ist, denke ich, das LEBENleben, auch wenn es sich auf dem Rad der Zeit manchmal anders darstellt. Wenn man tut was man liebt, glaube ich allerdings ist es viel leichter, weil man gar nicht bewusst zwischen ARBEIT und LEBEN unterscheiden muss. Für mich also LEBEN und ARBEIT in stärkenbewusster Balance.

Miriam, dein Konzept setzt sich aus den drei folgenden Punkten zusammen:

Was verbirgt sich hinter diesen Punkten?

Media:

Hier geht es tatsächlich um den technischen Umgang und Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der digitalen Welt. Mein Spezialgebiet ist hier der Einsatz eines Social Collaboration Tools, was meiner Ansicht nach die logische Konsequenz aus der vernetzen Welt ist. Meist haben Mitarbeiter im ersten Schritt Angst vor „noch einem Tool“, das sie nicht kennen. Da bleibt man lieber beim Altbewährten – „auch wenn uns dies zugegeben zum Teil sehr stresst“ – gemeint ist beispielsweise die Flut an Mails. Deshalb zeige ich hier, wie man mit einem Sozialen Intranet beispielsweise produktiver werden kann. 

Mind:

Der Punkt Mind zielt auf die Einstellung zur digitalen Zukunft ab. Hier sind die Punkte, die ich Dir vorhin genannt habe interessant: Also – wie wird die Digitalisierung unsere Geschäftsmodelle, ja unser Leben verändern – privat und beruflich. Dies lässt sich sehr gut in Key Notes packen oder auch in kreativen Workshops gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeiten.

Body:

Nichts ist wichtiger als körperliche Gesundheit und Flexibilität. Sie ist die Basis unserer Leistungsfähigkeit, Kreativität und Freude an Ideen. Da wir immer mehr sitzen und uns wenig bewegen haben wir keine bis wenig Möglichkeit die durch Stress verursachten Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin im Körper abzubauen. Früher folgte auf die Stressreaktion im Körper immer eine „Flight or Fight“-Reaktion und so wurde die Übermenge an Hormonen abgebaut. Nun passiert das nicht mehr und der Stresspegel bleibt konsequent hoch. Leider hat dies auch Auswirkungen auf unsere Verdauung, denn unter Stress fährt der Körper die Aktivität aller nicht überlebensnotwendiger Organe zurück – wir werden „dicker“.

Und wie etablierst Du diese punkte?

Einerseits ist körperliche „Awareness“ sowie auch Atemübungen Teil aller meiner Workshops. Zum Anderen gibt es hier die Möglichkeit Teamevents im Hinblick auf körperliche Fitness sowie Achtsamkeit zu gestalten – hier erlernen die Mitarbeiter Übungen, die sie in Ihren Arbeitsalltag übernehmen – vielleicht sogar direkt am Arbeitsplatz durchführen - können. Mein Spektrum reicht sehr weit - ebenso sind die Gestaltungsmöglichkeiten von Workshops & Seminaren breit gefächert. Ich blicke gerne in die Zukunft und hole die Teilnehmer im Anschluss wieder zu Ihren Wurzeln zurück.

Warum gerade Yoga?

Mein Yogaausbilder sagte mal: „Yoga kann man nicht in Worte fassen, man muss fühlen, was es mit einem macht.“ Und genau das denke ich auch. Yoga bedeutet vor allem Harmonie zwischen Körper, Seele und Geist. Und das ist wiederum die Basis unserer Konzentration.    

Vielen lieben Dank für Deine Zeit, Miriam.

Vielen Dank liebe Julia für Deine Mühen und das tolle Interview.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0