Digitale Arbeitskultur – Was heißt das eigentlich? Und wie nehmen wir unsere Mitarbeiter gesund mit auf diese Reise?

Miriam Nagler ist selbstständige Unternehmensberaterin und bald auch Holistic Coach. Sie begleitet Unternehmen auf ihrem Weg in eine gesunde digitale Zukunft. Mit ihrem Konzept „BEST YOU“ schärft sie einerseits das Verständnis dafür, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und andererseits die Achtsamkeit der Mitarbeiter bewusst mit ihren Leistungsressourcen umzugehen.


Wie kamen Sie darauf die beiden Pole Digitalisierung & Menschsein miteinander zu verknüpfen?

Ich habe bis vor 4 Jahren bei BMW gearbeitet und zeitgleich eine Yogasausbildung gemacht. Dabei sind die beiden Themen – also Digitalisierung, Fortschritt und Technologie einerseits und Achtsamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Menschlichkeit andererseits - immer mehr zusammengewachsen. Die Idee, es in einem Konzept miteinander zu verknüpfen wurde immer stärker und ich beschloss mich selbstständig zu machen.

 

Warum ist das Ihrer Ansicht nach so wichtig? Persönlich und für Unternehmen?

Ich vertrete die Meinung: Je digitaler unser Umfeld wird, je vernetzter unser Leben sozusagen ist, desto mehr ist der Mensch gefordert sich selbst zu managen und auch bewusst Grenzen zu setzen. So sind wir beispielsweise in einer Always-On-Gesellschaft gefordert bewusste Offline-, Konzentrations- bzw. Ruhephasen zu schaffen. Das ist sowohl für jeden persönlich wichtig, um sich körperlich und geistig fit zu fühlen und nicht im Burnout zu lande, als auch für Unternehmensteams. Wenn wir keine bewussten Rituale pflegen, wird aus der Veränderungsbereitschaft irgendwann ein Veränderungskollaps. Dann steht die Organisation still. Ein Arzt hat es für mich sehr treffend in einer Metapher beschrieben: „Wenn wir einen Pfeil mit voller Kraft nach vorne schießen wollen, müssen wir ihn zuerst zurückziehen.“

 


Worum geht es konkret in ihrem Konzept BEST YOU?

BEST YOU fordert vor allem dazu auf, ganzheitlich zu denken. Es ist in drei große Kapitel gegliedert – Digitalisierung, Mensch und Kompetenzen. Im ersten Schritt wird das digitale Umfeld unter dem Aspekt „Was bedeutet die Transformation für mich/uns in Bezug auf das gesellschaftliche Umfeld, die Business-Welt, Trends der Zukunft...?“ betrachtet. Im zweiten Schritt beschäftigen wir uns mit den persönlichen Ressourcen jedes einzelnen (Mitarbeiters) – hierzu zählen z. B. auch Achtsamkeit, Ernährung, Umgang mit Stress etc.. Im dritten Schritt erlernen wir die Kompetenzen, die für eine selbstbestimmte digitale Zukunft von Bedeutung sind. Hier geht es vor allem um emotionale Intelligenz, das Etablieren von Gewohnheiten, Balance zwischen analog und digital etc. Das Konzept fördert die Kompetenz zur Selbstreflexion, stärkt die Veränderungsbereitschaft und das digitale Mindset.

 

Wer ist die Zielgruppe? Für wen eignet es sich?

Grundsätzlich sollte jeder bewusst darüber nachdenken, wie er mit der immer digitaler werdenden Welt umgeht und sich positioniert. Das Unternehmens-Konzept eignet sich aber vor allem für mittelständische Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit auf die Reise in die Zukunft nehmen wollen. Digitale Kultur bedeutet ein anderes Mindset, Veränderungsbereitschaft, Selbstreflexion und lebenslanges Lernen zu etablieren. Genau das, gebündelt mit der Frage „ Wie sieht die Welt in 10, 20, 30 Jahren aus?“, macht den Mitarbeitern großen Spaß. 

 


Welche Möglichkeiten gibt es, das Programm zu durchlaufen?

Es gibt drei Möglichkeiten: Buch, Online-School oder Workshop-Konzept. Im Arbeitsbuch sind die Themen jeweils in kurzer Form, ganzheitlich auf den Punkt gebracht. Zudem beinhaltet es viele Übungen zur Selbstreflexion. Die Online School ergänzt das Buch um 15 wertvolle Experteninterviews und 15 Bewegungsvideos. Es kann in das Bildungsprogramm für Mitarbeiter aufgenommen oder von Einzelpersonen erworben werden. Die Variante, die sich für Unternehmen besonders eignet, ist das 3-Tages Workshop-Konzept. Hier durchlaufen die Mitarbeiter alle 15 Häppchen an 3 Tagen in 3 aufeinanderfolgenden Wochen. 

 Und gibt es hierzu Feedback von Mitarbeitern, die das Programm bereits durchlaufen haben?

Ja, wir haben das Workshop-Konzept z.B. in einer Media-Agentur mit 50 Mitarbeitern in zwei Gruppen getestet, worüber meine Werkstudentin aktuell eine Masterarbeit schreibt. Das Feedback war durchweg positiv. Die Mitarbeiter fanden es vor allem kurzweilig, spannend und interessant. Sie hatten Spaß dabei beispielsweise Personas der Zukunft zu erarbeiten, aktives Zuhören zu üben und so über unterschiedlichen Methoden den zukünftigen Weg des Unternehmens mitzugestalten.

„Viele Aha-Momente. Ich fand es spannend, den Spagat zwischen Digitalisierung und Achtsamkeit in einem Workshop verknüpft zu erleben.“ – sagte ein Mitarbeiter. 

 



Welchen Tipp geben Sie Unternehmen mit auf den Weg?

Bleiben Sie veränderungsbereit, etablieren Sie Rituale des voneinander Lernens und des Reflektierens und schaffen Sie das Bewusstsein für den achtsamen Umgang mit den Medien. Mitarbeiter, die die Chancen der Zukunft erkennen und gleichzeitig auf sich achten, werden ihr Unternehmen enorm bereichern. Fördern Sie dies bewusst.

 

Wie geht es bei Ihnen weiter?

Ich mache aktuell eine Ausbildung zum Holistic Coach. Es wird das Konzept untermauern, so dass ich in Zukunft auch durch persönliche Coachings, die einerseits das Umfeld, andererseits aber auch die holistische und körperliche Ebene miteinbeziehen, Menschen begleiten werde.

 

Mehr Infos unter: www.bestyou.de